YB for ever… oder so

hm, was soll man da noch (wieder) sagen?!?

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Wie ich einmal mit dem Fussballgott ein Bier getrunken habe

Ich traf ihn an einem Samstag. Er sass in der Bar um die Ecke. Vor einem Glas, mehr halbleer als halbvoll. Den Fussballgott trifft man ja nicht jeden Tag und so sprach ich ihn an. Er sei doch der Fussballgott und ob er ein paar Minuten Zeit habe. Als er beides bejahte, setzte ich zu einem Monolog an.

Nun konnte ich einmal so richtig schön jammern. Warum denn beim Penaltyschiessen immer die falsche Mannschaft gewinne. Warum es so viele bittere Gegentore kurz vor Schluss geben müsse. Warum er viele Spiele so manipuliert, dass meine Mannschaft die lobenden Worte und der Gegner die Punkte erhält.

Aber nicht nur das Spiel als solches war Anlass meiner Kritik. Wieso nur, wollte ich wissen, lässt der Fussballgott es zu, dass unser schöner Mikrokosmos von so vielen Dingen zerstört wird. Warum er nicht endlich mal etwas mache gegen korrupte Funk-tionäre und geldgierige Spieler und beschissene Anspielzeiten und Hooligans und Affengeräusche und all die Sachen. Warum die Silberstreifen nicht am Horizont sondern auf dem Trikot sind. Und ob er nicht einmal gewissen Leuten klarmachen könne, das Fussball mehr Herzblut als BWL ist.

Der Fussballgott hörte meinen Ausführungen lange geduldig zu, dann endlich begann er zu sprechen. „Ach, Fussball ist doch Leben und das Leben ist kein Heimat-film. Ich kann Dir doch keine perfekte Welt schaffen! Aber ich kann Dir versprechen, dass Du einmal für all dein Leiden entschädigt wirst. Ich spreche da von Meistertiteln. Von Feiern und Europacupspielen und Autokorsos und viel Bier“.

Ich schluckte dreimal leer und wollte dann wissen: „Wann wird das soweit sein? Wann? Sags mir! Wann, wann, wann?“. Der Fussballgott zückte seine Agenda und meinte entschuldigend, er müsse ja so viele Saisons auf der Welt planen, das könne sich doch kein Gott merken. Er blätterte etwas in seinem Büchlein, murmelte ab und zu was, blätterte weiter und plötzlich erhellte sich sein Gesicht: „Bald, mein Junge, bald. Für Deine Mannschaft habe ich da was sehr Schönes geplant.“

Es war nun Zeit für mich, die Bar zu verlassen. Bald wird das Heimspiel angepfiffen. Ich hoffe mal, das ist alles Teil des Plans. Liest sich wie ein Märchen, nun gut, im Moment (und der dauert seit Jahren an) siehts ja überhaupt nicht so aus…

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